Länderprofil Singapur: So gründest du mit 17 % und Employment Pass

Singapur besteuert Firmengewinne mit 17 % und befreit kleine Gewinne zu großen Teilen. Das Profil zeigt Employment Pass und EntrePass, die Pte. Ltd., Konto, Alltag und die Sicht des Finanzamts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Marina Bay Sands und ArtScience Museum in Singapur

Du gründest eine Pte. Ltd. für 300 S$ Registrierungsgebühr und stellst dich dort mit einem Employment Pass an, für neue Anträge bis Ende 2026 je nach Alter ab 5.600 S$ Monatsgehalt. Der Gewinn wird mit 17 % besteuert, Befreiungen senken die Last bei 200.000 S$ Gewinn auf rund 8,3 %, in den ersten drei Veranlagungsjahren auf rund 6,4 %.

Bei 200.000 S$ Gewinn zahlt eine Pte. Ltd. in Singapur rund 8,3 % Steuer, in den ersten drei Veranlagungsjahren sogar nur rund 6,4 %. Der Stadtstaat setzt nicht auf null Prozent, sondern auf einen einheitlichen Satz von 17 % mit großzügigen Befreiungen für kleine Gewinne. Dazu kommen ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz, eine Verwaltung in englischer Sprache und eine Firmengründung, die online in kurzer Zeit erledigt ist.

Singapur ist kein Nullsteuerland, aber ein sehr berechenbares. Rechtsstand: 29. Oktober 2026.

Employment Pass oder EntrePass: der Work Pass entscheidet

Für einen Gründer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es zwei übliche Wege. Beide vergibt das Ministry of Manpower (MOM), das Arbeitsministerium. Als Berater, Entwickler oder Dienstleister ohne Investoren passt meist der Employment Pass besser, mit Investoren oder Inkubator kommt auch der EntrePass infrage.

Employment Pass (EP). Du gründest eine Pte. Ltd. und stellst dich dort selbst an. Für neue Anträge bis Ende 2026 gilt außerhalb des Finanzsektors ein Mindestgehalt von 5.600 S$ im Monat, wenn du 23 Jahre oder jünger bist. Der Betrag steigt mit dem Alter bis 10.700 S$ ab 45 Jahren. Im Finanzsektor liegen die Werte bei 6.200 bis 11.800 S$. Für neue Anträge ab dem 1. Januar 2027 steigen sie auf 6.000 bis 11.500 S$, im Finanzsektor auf 6.600 bis 12.700 S$. Rechne das Gehalt von Anfang an in deine Planung ein, denn deine eigene Firma muss es dir zahlen.

Zusätzlich muss der Antrag 40 Punkte im COMPASS-System erreichen, einem Punktesystem für Gehalt, Qualifikation und Firma. Ab einem festen Monatsgehalt von 22.500 S$ entfällt diese Prüfung in der Regel.

EntrePass. Er ist für Gründer innovativer oder von Investoren finanzierter Firmen gedacht. Die Gesellschaft ist eine bei ACRA registrierte Pte. Ltd., und du hältst mindestens 30 % der Anteile. Außerdem erfüllst du mindestens ein Kriterium, zum Beispiel:

  • mindestens 100.000 S$ aus einer einzelnen Finanzierungsrunde von Investoren
  • Unterstützung durch einen staatlich anerkannten oder international bekannten Inkubator oder Accelerator
  • Gründung und Verkauf eines Tech-Unternehmens unter deiner Führung

Bestimmte Branchen sind ausgeschlossen, etwa Coffee Shops, Bars und Arbeitsvermittlungen.

Die Pte. Ltd.: 300 S$ Gebühr, 17 % Steuer, zwei Befreiungen

Die übliche Gesellschaft ist die Private Limited Company, kurz Pte. Ltd. Du registrierst sie online über Bizfile, das Portal der Registerbehörde ACRA. Die Registrierungsgebühr beträgt 300 S$. Die meisten Anträge werden laut ACRA kurz nach der Zahlung genehmigt, komplexe Fälle dauern bis zu 15 Arbeitstage. Bei der Gründung brauchst du mindestens einen Director, der die Regeln zur Ortsansässigkeit erfüllt.

Besteuert wird mit 17 % auf das steuerpflichtige Einkommen, für lokale und ausländische Gesellschaften gleich. Zwei Befreiungen senken die Last bei kleinen und mittleren Gewinnen deutlich:

Die Pte. Ltd.: 300 S$ Gebühr, 17 % Steuer, zwei Befreiungen
RegelsteuerfreiHöchstbetrag je Jahr
Teilbefreiung (alle Gesellschaften)75 % der ersten 10.000 S$, 50 % der nächsten 190.000 S$102.500 S$
Start-up-Befreiung (erste 3 Veranlagungsjahre)75 % der ersten 100.000 S$, 50 % der nächsten 100.000 S$125.000 S$

Für die Start-up-Befreiung muss die Firma in Singapur gegründet und dort steuerlich ansässig sein. Sie hat höchstens 20 Anteilseigner. Entweder sind alle natürliche Personen, oder mindestens eine natürliche Person hält 10 % oder mehr. Reine Investment-Holdings und Projektentwickler sind ausgeschlossen.

Weiße und blaue Shophouses mit Palmen an der Neil Road
Singapur, Shophouses an der Neil Road

Geschäftskonto: Registerauszug, Work Pass, Geschäftsmodell

Singapur ist ein großer Bankenplatz, und ein lokales Geschäftskonto gehört für eine Pte. Ltd. mit Mitarbeitern und Gehalt meist dazu. Die Bank prüft deine Identität und die Herkunft deines Geldes, im Fachjargon KYC. Sie will außerdem wissen, wer hinter der Firma steht, also den wirtschaftlich Berechtigten, die Person, der die Anteile am Ende gehören.

Lege Registerauszug, Satzung, Pass, Work Pass und eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells bereit. Zeig, wer deine Kunden sind und wie das Geld fließt. Belege zur Mittelherkunft, also woher dein Startkapital stammt, beschleunigen die Prüfung. Welche Unterlagen allgemein zählen, zeigt Unterlagen für das Geschäftskonto.

Englisch im Alltag und die 183-Tage-Grenze

Englisch ist Arbeitssprache in Verwaltung und Wirtschaft. Formulare, Steuererklärung und Firmenregister laufen digital und auf Englisch, für viele Unternehmer aus DACH der leichteste Einstieg in Asien.

Deine persönliche Steuerpflicht hängt an der Ansässigkeit. Ansässig bist du laut IRAS, der Steuerbehörde, wenn du dich im Vorjahr mindestens 183 Tage in Singapur aufgehalten oder dort gearbeitet hast. Wer drei Jahre am Stück dort lebt oder arbeitet, gilt für alle drei Jahre als ansässig, auch wenn das erste und dritte Jahr unter 183 Tagen liegen. Inhaber eines Work Pass mit mindestens einem Jahr Laufzeit werden in der Regel ebenfalls als ansässig behandelt.

Für ansässige Personen gilt ein progressiver Tarif. Die ersten 20.000 S$ sind steuerfrei, der Höchstsatz beträgt 24 % auf Einkommen über 1 Mio. S$. Ausländische Einkünfte, die eine ansässige Person nach Singapur überweist, sind grundsätzlich steuerfrei. Ausgenommen sind Einkünfte über eine Personengesellschaft in Singapur.

Die Schritte bis zum Start, in dieser Reihenfolge:

Mit Abkommen nach Singapur: was Deutschland trotzdem prüft

Singapur hat mit allen drei Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen, also einen Vertrag, der das Besteuerungsrecht aufteilt. Das deutsche Abkommen stammt vom 28. Juni 2004, gilt seit 2007 und wurde durch ein Protokoll von 2019 ergänzt, das seit 2022 angewendet wird (BMF, Stand 1. Januar 2026). Das österreichische Abkommen wurde am 30. November 2001 unterzeichnet, das schweizerische am 24. Februar 2011.

Jedes Abkommen enthält eine Tie-Breaker-Regel. Sie bestimmt bei zwei Wohnsitzen, welcher Staat als Wohnsitzstaat gilt, und hilft im Übergangsjahr. Sicherer bleibt ein vollständiger Wegzug, wie ihn Wohnsitz sauber verlegen beschreibt.

Für Deutsche bleiben drei Prüfpunkte:

  • Erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Behältst du wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland und ist die Steuer im neuen Land deutlich niedriger, besteuert Deutschland deine deutschen Einkünfte bis zu zehn Jahre weiter (§ 2 AStG). Ob Singapur in deinem Fall als niedrig besteuernd gilt, rechnet dein Steuerberater nach. Mehr in erweiterte beschränkte Steuerpflicht.
  • Wegzugsbesteuerung. Ab 1 % an einer Kapitalgesellschaft besteuert Deutschland beim Wegzug den Wertzuwachs (§ 6 AStG), auf Antrag in sieben Jahresraten. Details in Wegzugsbesteuerung.
  • Ort der Geschäftsleitung. Führst du die Pte. Ltd. weiter aus Deutschland, kann sie dort steuerpflichtig werden. Wie das Finanzamt das prüft, zeigt Ort der Geschäftsleitung.

Pte. Ltd. für Asien, US-LLC für alles andere

Straße mit alten Shophouses vor Hochhäusern in Singapur
Singapur, Shophouses und Hochhäuser

Für ein ortsunabhängiges Geschäft empfehlen wir zuerst die US-LLC ab 1.490 €. Sie ist schnell gegründet, ohne Anwesenheitspflicht, digital geführt und bei Kunden, Marktplätzen und Zahlungsdienstleistern weltweit bekannt. Eine Single-Member-LLC ist für die US-Einkommensteuer transparent, besteuert wird am Wohnsitz. Wie das ohne festen Wohnsitz funktioniert, zeigt LLC ohne Wohnsitz.

Die Pte. Ltd. ist die richtige Wahl, sobald du wirklich in Singapur lebst, dort Kunden betreust oder ein Team aufbaust. Weitere Wohnsitzmodelle findest du unter /residency, Länder für deine Firma unter /jurisdictions. GCS koordiniert Wohnsitzwechsel und Gründung. Steuerberater in Singapur und in deiner Heimat beauftragst du direkt.

Singapur passt zu dir, wenn du ein Geschäft in Asien aufbaust, vor Ort leben und Mitarbeiter einstellen willst und ein Gehalt in Höhe des EP-Minimums tragen kannst. Für reine Onlinegeschäfte ohne Bezug zur Region ist der Aufwand höher als nötig.

Orientierung, keine Beratung.

Dieser Beitrag erklärt Grundprinzipien in vereinfachter Form, Stand 29. Oktober 2026. Gesetze, Verwaltungsauffassungen und Gebühren ändern sich. Rechts- und Steuerfragen beurteilen die von dir direkt mandatierten, zugelassenen Berufsträger im Herkunfts- und Zielland. GCS übernimmt Planung, Koordination und die vereinbarte Umsetzung.

Gut zu wissen.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Singapur?

Der Satz beträgt einheitlich 17 % des steuerpflichtigen Einkommens. Durch die Teilbefreiung sind bis zu 102.500 S$ im Jahr steuerfrei; neue Gesellschaften können in den ersten drei Veranlagungsjahren stattdessen die Start-up-Befreiung von bis zu 125.000 S$ nutzen (IRAS, Stand 7. August 2026).

Welches Visum brauche ich als Gründer in Singapur?

Meist einen Employment Pass, mit dem du dich in deiner eigenen Pte. Ltd. anstellst. Für neue Anträge bis Ende 2026 liegt das Mindestgehalt außerhalb des Finanzsektors bei 5.600 S$ im Monat für Antragsteller bis 23 Jahre und steigt mit dem Alter bis 10.700 S$; dazu kommen 40 COMPASS-Punkte. Für innovative oder von Investoren finanzierte Firmen gibt es den EntrePass.

Wann bin ich in Singapur steuerlich ansässig?

Wenn du dich im Vorjahr mindestens 183 Tage in Singapur aufgehalten oder dort gearbeitet hast. Wer drei Jahre am Stück dort lebt, gilt für alle drei Jahre als ansässig. Inhaber eines Work Pass mit mindestens einem Jahr Laufzeit werden in der Regel ebenfalls als ansässig behandelt (IRAS).

Was kostet die Gründung einer Pte. Ltd.?

Die Registrierungsgebühr bei ACRA beträgt 300 S$. Die meisten Anträge werden kurz nach der Zahlung genehmigt, komplexe Fälle dauern bis zu 15 Arbeitstage. Mindestens ein Director muss die Regeln zur Ortsansässigkeit erfüllen.

Hat Singapur ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland?

Ja. Das Abkommen vom 28. Juni 2004 gilt seit 2007 und wurde durch ein Protokoll von 2019 ergänzt, das seit 2022 angewendet wird (BMF, Stand 1. Januar 2026). Auch Österreich und die Schweiz haben Abkommen mit Singapur.

Quellen & redaktioneller Stand · 29. Oktober 2026