Länderprofil Schweiz: Steuern in Zug und Schwyz und das DBA mit Deutschland

Die Schweiz besteuert nach Bund, Kanton und Gemeinde, in Zug und Schwyz zahlt eine GmbH rund 11,7 %. Das Profil zeigt Bewilligung, Steuern, Pauschalbesteuerung, Firma und das DBA Deutschland–Schweiz mit der Fünfjahresregel.

Altstadt von Zug mit Türmen und dem Zugersee bei Sonne

In Zug und Schwyz zahlt eine GmbH 2026 rund 11,6 bis 11,7 % auf ihren Gewinn, Bund, Kanton und Gemeinde zusammen. Als Selbständiger erhältst du nach dem Freizügigkeitsabkommen die Bewilligung B für mindestens fünf Jahre. Deutschland darf nach Art. 4 Abs. 4 DBA Einkünfte aus Deutschland im Wegzugsjahr und in den fünf Jahren danach weiter besteuern.

Zieht ein Deutscher in die Schweiz, darf Deutschland seine deutschen Einkünfte im Wegzugsjahr und in den fünf Jahren danach weiter besteuern. So steht es im Doppelbesteuerungsabkommen (Art. 4 Abs. 4). Trotzdem bleibt die Schweiz für Unternehmer das Nachbarland mit den niedrigsten Steuern. Sie liegt nicht in der EU, aber das Freizügigkeitsabkommen öffnet dir den Zuzug fast so einfach wie innerhalb der EU. Und wie viel du zahlst, entscheidet nicht der Bund, sondern dein Kanton und deine Gemeinde: In Zug oder am Zürichsee im Kanton Schwyz zahlt eine GmbH rund 11,6 bis 11,7 % auf ihren Gewinn.

Rechtsstand: 30. Oktober 2026.

Bewilligung B: So kommst du als Selbständiger in die Schweiz

Deutsche und Österreicher ziehen nach dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU in die Schweiz. Wer sich dort selbständig niederlässt, erhält eine Aufenthaltserlaubnis für mindestens fünf Jahre, die Aufenthaltsbewilligung B. Er weist nur nach, dass er sich zu diesem Zweck niedergelassen hat oder niederlassen will (FZA, Anhang I Art. 12). Die Verlängerung um weitere fünf Jahre folgt, solange du selbständig tätig bist.

Was als Nachweis zählt, beschreibt das Staatssekretariat für Migration in seinen Weisungen (SEM, Weisungen VFP, Januar 2026, Ziff. 4.3):

  • ein Unternehmen oder eine Betriebsstätte in der Schweiz mit tatsächlicher Geschäftstätigkeit,
  • in der Regel die Gründung mit Eintrag im Handelsregister,
  • Geschäftsbücher wie Buchhaltung und Aufträge,
  • ein regelmäßiges Einkommen, von dem du ohne Sozialhilfe lebst.

Die Kantone dürfen keine prohibitiven Hürden aufbauen, können aber während der Laufzeit jederzeit neue Belege verlangen (ebenda). Für Unternehmer heißt das: Firma gründen, Kunden und Umsatz zeigen, dann die Bewilligung beantragen.

Wer in der Schweiz nicht arbeiten will, bekommt die Bewilligung als Nichterwerbstätiger. Dafür genügen ausreichende finanzielle Mittel und eine Krankenversicherung, die alle Risiken deckt (FZA, Anhang I Art. 24). Das ist der Weg für die Pauschalbesteuerung weiter unten.

Steuerlich zählt der Wohnsitz mit der Absicht, dauerhaft zu bleiben. Schon ein Aufenthalt von 30 Tagen mit Erwerbstätigkeit oder 90 Tagen ohne begründet die Steuerpflicht (Art. 3 DBG).

Häuser am Hang über dem Luganersee mit Bergen im Tessin
Lugano, Blick über den Luganersee

Bund, Kanton, Gemeinde: Wie sich die Steuern in der Schweiz zusammensetzen

Die Einkommensteuer hat drei Ebenen. Der Bund erhebt die direkte Bundessteuer, höchstens 11,5 % des gesamten Einkommens (Art. 36 DBG). Kanton und Gemeinde rechnen mit einem kantonalen Tarif, der „einfachen Steuer“, und multiplizieren sie mit ihrem Steuerfuss. Deshalb unterscheidet sich die Last von Ort zu Ort stark, auch innerhalb eines Kantons.

Ein Beispiel aus dem Kanton Zug: Die einfache Steuer steigt bis auf 8 % für Einkommen oberhalb der obersten Tarifstufe (ESTV, Kantonsblatt Zug, Stand Februar 2026). Der Kanton erhebt 2026 davon 78 %, die Stadt Zug 52 % (Kanton Zug, Steuerbelastungen 2023 bis 2026, Steuerfüsse der Gemeinden). Zusammen ergibt das einen Grenzsteuersatz von 10,4 % für Kanton und Gemeinde, ohne Kirchensteuer. Mit der Bundessteuer liegt die Belastung bei sehr hohen Einkommen bei rund 22 %. Deine genaue Zahl rechnest du mit dem Steuerrechner der ESTV.

Im Kanton Schwyz haben 2026 die Gemeinden am Zürichsee die tiefsten Steuerfüsse, allen voran Wollerau, Freienbach und Feusisberg (Kanton Schwyz, Steuerfusstabelle 2026).

Bund, Kanton, Gemeinde: Wie sich die Steuern in der Schweiz zusammensetzen
EbeneWas sie erhebtBeispiel 2026
BundEinkommensteuer, Gewinnsteuer 8,5 %höchstens 11,5 % des Einkommens
KantonEinkommen, Vermögen, Gewinn, KapitalZug: 78 % der einfachen Steuer
GemeindeZuschlag auf die KantonssteuerStadt Zug: 52 %, Walchwil: 51 %

Vermögensteuer. Sie erheben nur Kantone und Gemeinden, der Bund nicht (Art. 2 StHG). In Schwyz beträgt die einfache Steuer 0,6 Promille des Reinvermögens (Kanton Schwyz, Steuerbelastung in den Gemeinden). Mit den Steuerfüssen in Wollerau kommst du auf rund 1 Promille im Jahr.

AHV. Wer in der Schweiz wohnt, ist in der AHV versichert (Art. 1a AHVG). Selbständige zahlen 8,1 % ihres Einkommens an die AHV, dazu kommen Beiträge an IV und EO. Arbeitest du als Angestellter deiner eigenen GmbH, teilen sich Firma und du die Beiträge auf den Lohn. Nichterwerbstätige zahlen nach ihrem Vermögen, für die AHV zwischen 435 und 21.750 CHF im Jahr (Art. 8 und 10 AHVG).

Pauschalbesteuerung: Wann die Steuer nach dem Aufwand passt

Die Pauschalbesteuerung passt zu Unternehmern, die ihr Geschäft verkauft haben oder es aus dem Ausland führen und in der Schweiz nur leben. Wer in der Schweiz arbeitet, auch für die eigene Schweizer Firma, fällt aus dem Modell.

Die Besteuerung nach dem Aufwand ersetzt die Einkommensteuer durch eine Steuer auf deine Lebenshaltungskosten. Sie steht in Art. 14 DBG und ist an drei Bedingungen geknüpft (Art. 14 DBG):

  1. Du hast nicht das Schweizer Bürgerrecht.
  2. Du bist erstmals oder nach mindestens zehn Jahren Unterbrechung in der Schweiz steuerpflichtig.
  3. Du übst in der Schweiz keine Erwerbstätigkeit aus.

Bei Ehepaaren müssen beide die Bedingungen erfüllen. Bemessen wird die Steuer nach den weltweiten Lebenshaltungskosten, mindestens nach dem höchsten dieser Werte: einem Mindestbetrag, dem Siebenfachen der Jahresmiete oder des Mietwerts und einer Kontrollrechnung über die Einkünfte aus der Schweiz.

Pauschalbesteuerung: Wann die Steuer nach dem Aufwand passt
MindestgrundlageQuelle
Bund435.000 CHF seit 2026Art. 14 Abs. 3 DBG
Kanton Zug500.000 CHF§ 4 Abs. 2 StGV Zug
Kanton Schwyz600.000 CHF§ 15a Abs. 1 StG Schwyz

Die kantonalen Werte stammen aus den Kantonsblättern der ESTV (Zug, Schwyz, Stand Februar 2026). Auf diese Grundlage wendet der Kanton den normalen Tarif an. Planbar wird die Steuer damit ab 435.000 CHF Grundlage beim Bund und 500.000 bis 600.000 CHF in Zug oder Schwyz. In den Kantonen Zürich, Basel-Stadt, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden gibt es die Pauschalbesteuerung nicht mehr, in Basel-Landschaft nur noch im Zuzugsjahr (ESTV, Geltende Steuern, Stand 1. Januar 2026).

GmbH oder AG: 20.000 CHF Kapital, rund 11,7 % Gewinnsteuer

Für dein Geschäft gründest du in der Regel eine GmbH oder eine AG. Die GmbH braucht mindestens 20.000 CHF Stammkapital (Art. 773 OR). Die AG braucht 100.000 CHF Aktienkapital, davon mindestens 50.000 CHF eingezahlt (Art. 621 und 632 OR). Seit der Aktienrechtsreform ist das Kapital auch in der für das Geschäft wichtigen Fremdwährung möglich, etwa in Euro.

Der Bund besteuert den Gewinn mit 8,5 % (Art. 68 DBG). Kanton und Gemeinde kommen hinzu. Weil die Steuern selbst als Aufwand abziehbar sind, liegt die Belastung auf den Gewinn vor Steuern etwas unter der Summe der Sätze.

Die GmbH mit 20.000 CHF Kapital in Zug oder Schwyz zahlt damit knapp 12 % und ist der Standard für Unternehmer, die in der Schweiz arbeiten. Große Konzerne zahlen seit der OECD-Mindeststeuer zusätzliche Abgaben. Für eine typische Unternehmer-GmbH ändert das nichts. Kapitalgewinne auf privaten Beteiligungen sind in der Schweiz steuerfrei (Art. 16 Abs. 3 DBG). Verkaufst du später deine Schweizer GmbH aus dem Privatvermögen, zahlst du darauf keine Einkommensteuer.

Konto: Als Einwohner bist du Inlandskunde

Kapellbrücke und Wasserturm in Luzern mit Altstadthäusern am Fluss
Luzern, Kapellbrücke

Mit Bewilligung und Schweizer Adresse eröffnest du ein Privatkonto ohne Umwege. Für die Gründung der GmbH zahlst du das Stammkapital auf ein Kapitaleinzahlungskonto ein, die Bank bestätigt die Einzahlung für den Handelsregistereintrag. Danach wird daraus das Geschäftskonto.

Banken prüfen auch in der Schweiz Mittelherkunft und Geschäftsmodell. Ein Lebenslauf, Verträge mit Kunden und eine Übersicht über dein Vermögen machen den Termin kurz. Als Einwohner bist du für die Bank ein Inlandskunde, das öffnet die Tür auch bei Instituten, die Kunden mit Wohnsitz in Deutschland ablehnen.

Zug, Schwyz, Luzern, Tessin: Orte, Mieten, Krankenkasse

Die Wahl des Ortes ist eine Steuerentscheidung. Wer Zug oder die Schwyzer Seegemeinden wählt, zahlt deutlich weniger als in Zürich oder Bern. Zug liegt 30 Minuten von Zürich entfernt, die Schwyzer Seegemeinden Wollerau, Freienbach und Pfäffikon ebenfalls. Luzern hat höhere Steuerfüsse, ist aber eine eigene Stadt mit See und Bergen. Im Tessin um Lugano sprichst du Italienisch.

Wohnen ist teuer, gerade in den Gemeinden mit tiefen Steuern. Die Grundversicherung der Krankenkasse ist Pflicht. Du schließt sie innerhalb von drei Monaten nach dem Zuzug ab und zahlst eine Prämie pro Person (Art. 3 KVG). Deutsch ist in Zug, Schwyz und Luzern Amtssprache. Schulen, Behörden und Handwerker erreichst du in deiner Sprache. Mit Zürich in Reichweite und deutscher Sprache ist die Schweiz der leiseste Umzug, mit hohen Mieten als Preis.

Das Abkommen mit Deutschland: drei Sonderregeln und die Wegzugsteuer

Deutschland und die Schweiz haben ein Doppelbesteuerungsabkommen vom 11. August 1971, zuletzt geändert durch ein Protokoll vom 21. August 2023, in Kraft seit dem 27. November 2025 (Fedlex, DBA CH–DE, Stand 27. November 2025). Es enthält drei Regeln, die es so in kaum einem anderen Abkommen gibt.

Ständige Wohnstätte in Deutschland (Art. 4 Abs. 3). Behältst du in Deutschland eine Wohnung oder bist du mindestens sechs Monate im Jahr dort, besteuert dich Deutschland weiter wie einen Einwohner. Die Schweizer Steuer wird angerechnet. Die Wohnung in Deutschland gibst du also vor dem Umzug auf. Warum die Abmeldung allein nicht reicht, zeigt Wohnsitz sauber verlegen.

Die überdachende Besteuerung (Art. 4 Abs. 4). Der Vertragstext lautet sinngemäß so: Bei einer in der Schweiz ansässigen Person, die nicht die Schweizer Staatsangehörigkeit besitzt und in Deutschland insgesamt mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war, darf Deutschland im Jahr, in dem die unbeschränkte Steuerpflicht zuletzt geendet hat, und in den folgenden fünf Jahren besteuern. Erfasst sind nur Einkünfte aus Deutschland und in Deutschland belegenes Vermögen, nicht dein Welteinkommen. Die Schweizer Steuer darauf rechnet Deutschland an.

Für Unternehmer heißt das: Mieten aus Deutschland, Dividenden einer deutschen GmbH oder ein Geschäftsführergehalt aus Deutschland bleiben in diesen Jahren voll im deutschen Zugriff. Hast du keine deutschen Einkünfte mehr, greift die Regel ins Leere. Ausgenommen sind Personen, die für eine echte Arbeitnehmertätigkeit bei einem fremden Arbeitgeber in die Schweiz ziehen, an dem sie nicht wesentlich beteiligt sind (BFH, I R 109/09). Für Unternehmer mit eigener Firma gilt die Ausnahme nicht.

Pauschalbesteuerte (Art. 4 Abs. 6). Wer in der Schweiz nicht mit allen dort allgemein steuerpflichtigen Einkünften aus Deutschland besteuert wird, gilt für das Abkommen nicht als in der Schweiz ansässig. Damit der Abkommensschutz greift, rechnet der Kanton bei Pauschalbesteuerten alle deutschen Einkünfte in die Kontrollrechnung ein, die sogenannte modifizierte Pauschalbesteuerung (Art. 14 Abs. 5 DBG).

Bei einer Beteiligung von mehr als einem Viertel an einer deutschen Gesellschaft darf Deutschland außerdem den Gewinn aus einem Verkauf in den fünf Jahren nach dem Wegzug besteuern, wenn die Schweiz ihn nicht besteuert (Art. 13 Abs. 4 DBA). Da private Kapitalgewinne in der Schweiz steuerfrei sind, betrifft das jeden, der seine deutsche GmbH kurz nach dem Umzug verkauft.

Wegzugsteuer. Hältst du mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft, besteuert Deutschland beim Wegzug den Wertzuwachs, als hättest du verkauft (§ 6 AStG). Auf Antrag zahlst du in sieben Jahresraten, in der Regel gegen Sicherheit. Das gilt seit 2022 für jedes Zielland, auch für die Schweiz. Die frühere zinslose Stundung ohne Frist, die der EuGH 2019 auch auf Wegzüge in die Schweiz erstreckt hatte (EuGH, C-581/17 Wächtler), gilt nur noch für Wegzüge vor 2022 (§ 21 Abs. 3 AStG). Den Wert, den Deutschland beim Wegzug ansetzt, übernimmt die Schweiz bei einem späteren Verkauf als Anschaffungskosten (Art. 13 Abs. 5 DBA). Wie du die Steuer planst, zeigt Wegzugsbesteuerung.

Erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Die Pauschalbesteuerung ist eine Vorzugsbesteuerung im Sinne von § 2 Abs. 2 Nr. 2 AStG. Auch die ordentliche Besteuerung in Zug oder Schwyz kann unter der Grenze liegen: Maßgeblich ist, ob die Schweizer Steuer bei 77.000 Euro Einkommen um mehr als ein Drittel unter der deutschen liegt. Dann bleibst du als Deutscher mit wesentlichen Interessen in Deutschland bis zu zehn Jahre mit deutschen Einkünften steuerpflichtig, soweit das Abkommen es zulässt. Mehr dazu in erweiterte beschränkte Steuerpflicht.

Ohne Wohnung und ohne Einkünfte in Deutschland bleibt von den Sonderregeln wenig. Mit deutscher GmbH, Mieten oder Gehalt planst du die ersten fünf Jahre bewusst.

Erst ein anderes Land, dann die Schweiz

Die Frist in Art. 4 Abs. 4 läuft ab dem Ende deiner deutschen Steuerpflicht, nicht ab dem Zuzug in die Schweiz. Daraus ergibt sich ein legaler Weg für Unternehmer mit deutschen Einkünften: zuerst in ein anderes Land ziehen und dort wirklich ansässig werden, etwa nach Zypern oder in die Emirate, und erst nach Ablauf der Jahre in die Schweiz. Dann kommst du ohne die Sonderregel an.

Erst ein anderes Land, dann die Schweiz
Wegzug aus DeutschlandZwischenlandZuzug SchweizArt. 4 Abs. 4
2026keins20262026 bis 2031
2026Zypern bis Ende 202820292029 bis 2031
2026Zypern bis Ende 20312032greift nicht mehr

Ein kürzerer Zwischenstopp verkürzt nur die Restzeit. Die Bedingung ist echte Ansässigkeit im Zwischenland. Bleibt in Deutschland eine Wohnung, die du nutzen kannst, endet deine deutsche Steuerpflicht gar nicht, und die Frist beginnt erst später (§ 8 AO). Ein nur formaler Wohnsitz im Zwischenland ändert nichts.

Zwei Regeln bleiben unabhängig von der Route. Die Wegzugsteuer fällt beim Verlassen Deutschlands an, egal wohin du ziehst. Und im Zwischenland prüfst du die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG, die bei einem Niedrigsteuerland ohne Abkommen wie den Emiraten voll wirkt.

Österreicher: keine Fünfjahresregel, aber eine sofortige Wegzugsteuer

Österreich und die Schweiz haben ein eigenes Doppelbesteuerungsabkommen (BMF Österreich, DBA-Liste). Eine Sonderregel wie Art. 4 Abs. 4 des deutschen Abkommens enthält die österreichische Rechtslage nicht. Bei der Wegzugsbesteuerung auf Kapitalvermögen kennt Österreich den Aufschub bis zum Verkauf nur beim Wegzug in einen Staat der EU oder des EWR. Die Schweiz gehört nicht dazu, die Steuer wird beim Wegzug festgesetzt (§ 27 Abs. 6 Z 1 EStG 1988).

Typische Fehler beim Umzug in die Schweiz

  • Die Wohnung in Deutschland behalten. Mit ständiger Wohnstätte besteuert dich Deutschland nach Art. 4 Abs. 3 weiter wie einen Einwohner.
  • Pauschal besteuert sein und in der Schweiz arbeiten. Schon eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz beendet die Voraussetzung nach Art. 14 DBG.
  • Die deutsche GmbH kurz nach dem Umzug verkaufen. Wegzugsteuer und Art. 13 Abs. 4 DBA treffen dann zusammen.
  • Deutsche Einkünfte in den ersten fünf Jahren übersehen. Mieten, Dividenden und Gehälter aus Deutschland bleiben dort steuerpflichtig.
  • Den Kanton nach Gefühl wählen. Zwischen Zug und Zürich liegen bei Einkommen und Gewinn mehrere Prozentpunkte, und in Zürich gibt es keine Pauschalbesteuerung.

Die meisten dieser Fehler liegen auf der deutschen Seite und entstehen vor dem Umzug.

Die Reihenfolge: erst die deutsche Seite, dann die Schweiz

Für wen die Schweiz die richtige Wahl ist

Wie die Schweiz in den europäischen Vergleich passt, zeigt Steuergünstige Länder in Europa. Den Weg aus Sicht des Auswanderers beschreibt Auswandern in die Schweiz. Wer später aus der Schweiz weiterzieht, liest Wegzug aus der Schweiz. GCS ordnet in einem kostenfreien Erstgespräch von 15 Minuten, ob die Schweiz zu dir passt, und legt im Gesamtplan Route, Firma und Wohnsitzwechsel fest. Steuer- und Rechtsberatung übernehmen Berufsträger in der Schweiz und in Deutschland, die du direkt beauftragst.

Für Unternehmer, die in der Schweiz leben und arbeiten wollen, halte ich die GmbH in Zug oder einer Schwyzer Seegemeinde für die stärkste Lösung im deutschsprachigen Raum: rund 11,7 % auf den Gewinn, steuerfreie private Kapitalgewinne und ein Abkommen mit Deutschland. Wer sein Geschäft verkauft hat und in der Schweiz nicht mehr arbeitet, rechnet die Pauschalbesteuerung gegen die ordentliche Besteuerung durch.

Die Schweiz belohnt Planung. Wer deutsche Einkünfte und Beteiligungen vor dem Umzug ordnet, die Route bewusst wählt und den Ort nach Steuerfuss aussucht, zahlt dauerhaft weniger als in fast jedem anderen Land Westeuropas. Wer mit einer deutschen GmbH im Gepäck direkt umzieht, plant die ersten fünf Jahre mit Art. 4 Abs. 4 ein.

Orientierung, keine Beratung.

Dieser Beitrag erklärt Grundprinzipien in vereinfachter Form, Stand 30. Oktober 2026. Gesetze, Verwaltungsauffassungen und Gebühren ändern sich. Rechts- und Steuerfragen beurteilen die von dir direkt mandatierten, zugelassenen Berufsträger im Herkunfts- und Zielland. GCS übernimmt Planung, Koordination und die vereinbarte Umsetzung.

Gut zu wissen.

Wie hoch sind die Steuern in der Schweiz für eine GmbH?

Der Bund erhebt 8,5 % auf den Gewinn, Kanton und Gemeinde kommen hinzu. In der Stadt Zug ergibt das 2026 rund 11,7 % auf den Gewinn vor Steuern, in Wollerau im Kanton Schwyz rund 11,6 % (eigene Berechnung aus den Sätzen von Kanton Zug, Kanton Schwyz und Art. 68 DBG).

Wie bekomme ich als Deutscher eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz?

Als Selbständiger erhältst du nach dem Freizügigkeitsabkommen eine Bewilligung für fünf Jahre, wenn du eine echte Geschäftstätigkeit nachweist, in der Regel mit Firma, Handelsregistereintrag und Geschäftsbüchern (SEM, Weisungen VFP). Ohne Erwerbstätigkeit genügen ausreichende Mittel und eine Krankenversicherung.

Wer kann die Pauschalbesteuerung in der Schweiz nutzen?

Personen ohne Schweizer Bürgerrecht, die erstmals oder nach zehn Jahren Unterbrechung in der Schweiz steuerpflichtig werden und dort keine Erwerbstätigkeit ausüben (Art. 14 DBG). Die Mindestgrundlage liegt beim Bund seit 2026 bei 435.000 CHF, in Zug bei 500.000 CHF und in Schwyz bei 600.000 CHF.

Was regelt Art. 4 Abs. 4 des DBA Deutschland–Schweiz?

Deutschland darf bei Personen ohne Schweizer Pass, die mindestens fünf Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig waren, im Wegzugsjahr und in den fünf Jahren danach Einkünfte aus Deutschland und deutsches Vermögen besteuern. Die Schweizer Steuer wird angerechnet. Ausgenommen sind echte Arbeitnehmer bei fremden Arbeitgebern.

Gibt es beim Umzug in die Schweiz eine Wegzugsteuer?

Ja. Wer mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft hält, zahlt in Deutschland Wegzugsteuer auf den Wertzuwachs (§ 6 AStG), auf Antrag in sieben Jahresraten. Die frühere unbefristete Stundung gilt nur noch für Wegzüge vor 2022.

Quellen & redaktioneller Stand · 30. Oktober 2026